WE ♥ DAISY
13. Januar 2010 von lebewesen
Sonntag, der 10. Januar 2010: Der Landkreis Ostvorpommern ruft Katastrophenalarm aus. Lorenz Caffier, Innenminister des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, lässt die A 20 komplett sperren, der Bahnverkehr kommt zum Erliegen “Die Lage ist prekär”, sagt ein Polizeisprecher aus Stralsund.
Schuld an der Situation in Vorpommern war der Schneesturm “Daisy”. Durch massiven Schneefall und Orkanböen mit Spitzen von 122h/km wurden Teile des Landes kurzzeitig vom Rest der Welt abgeschnitten.
Dies war Anlass für einige Menschen unter dem Motto „WE ♥ DAISY“ in Greifswald am gleichen Tag auf die Straße zu gehen. In einem kurzfristig über E-Mail und Twitter verbreiteten Aufruf hieß es unter anderem:
„Daisy schafft das, was wir immer wollten: Daisy bringt die Zustände zum Tanzen. Lasst uns die Chance nutzen und uns ihr anschließen. Kommt heute, den 10.01.2010, zur revolutionären Schneedemo um 18 Uhr am Karl-Marx-Platz!“
Um 18 Uhr versammelten sich dann ca. 30 Menschen mit einem mobilen Soundsystem am Karl-Marx-Platz und zogen zu Musik tanzend und Parolen rufend wie z.B.: „Alle jubeln, alles schreit, Ostvorpommern: Eingeschneit!“, „Rewe, Netto Bioladen- Hamsterkäufe, so viel wir tragen!“ oder auch „Daisy! Daisy! Helfe uns doch, die Autos fahren immer noch!“ die Lange Straße entlang.
Als der kleine Demonstrationszug am Marktplatz ankam, begann dieser begleitet von Elektromusik zu tanzen und sich gegenseitig mit Schneebällen zu bewerfen. Die Menge schaffte es durch das ungewöhnliche Treiben viel Aufmerksamkeit unter den Passant_innen zu erregen. Und so erntete die Schneeballschlacht mit musikalischer Untermalung neben einigen lächelnden Gesichtern, auch viele verdutzte Blicke.
Etwa 19.00 Uhr löste sich dann die Menge auf und Daisy hatte wieder die alleinige Aufmerksamkeit der Bewohner_innen der Greifswalder Innenstadt. Am Ende bleibt festzustellen, dass die Demonstrant_innen zwar nicht die Zustände zum Tanzen gebracht haben, aber immerhin durch ihren Aktionismus der Tristesse der Stadt Greifswald auch bei ungemütlichem Wetter etwas Kreativität und Lebensfreude entgegengesetzt haben.



“Anklams Bauer kommt nicht raus – Daisy schneit ihm zu das Haus!”
Ich kann diese Flashmob-ähnlichen, monatlich stattfindenden Jubeldemos ja nicht mehr sehen, aber die Idee fand ich ja mal ganz nett, auch wenn ich sie umgesetzt nicht ganz sooo gut fand, wie ich sie mir in meinem kleinen Hirn ausgemalt habe. Es war viel zu friedlich
immer die Gewaltaffinität von einigen
Ich empfhele dir folgenden Text von Spiegelschrift http://spiegelschrift.blogsport.de/2009/12/17/wollt-ihr-tote-ihr-chaoten-bild-2007/
“Am Ende bleibt festzustellen, dass die Demonstrant_innen zwar nicht die Zustände zum Tanzen gebracht haben, aber immerhin durch ihren Aktionismus der Tristesse der Stadt Greifswald auch bei ungemütlichem Wetter etwas Kreativität und Lebensfreude entgegengesetzt haben.”
Wenigstens ein knappes Stündchen. Das ist doch schon mal was.