Der Castor kommt, der Widerstand auch?
12. Juli 2010 von lebewesen
Der letzte Transport mit Atommüll, der ins Zwischenlager Lubmin bei Greifswald rollte, liegt schon fast drei Jahre zurück. Damals gab es unter anderem eine Demonstration mit gerade einmal 60 Teilnehmer_innen, eine Mahnwache an der Strecke und eine Sitzblockade mit zwölf Teilnehmer_innen. Diese schaffte es, den Zug kurz vor dem Ziel für 45 Minuten aufzuhalten.
Für dieses Jahr wurden nun zwei Transporte ins Zwischenlager Lubmin bei Greifswald genehmigt. So soll ein Transport aus der ehemaligen Wiederaufarbeitungsanlage in Karlsruhe (Baden-Württemberg) mit fünf Atommüll-Behältern mit hochradioaktiven Abfällen nach Lubmin gebracht werden. Der zweite genehmigte Transport wird aus vier Atommüll-Behälter mit bestrahlten und unbestrahlten Kernbrennstoffen aus der Wiederaufbereitungsanlage St.-Paul-l.-Durance in Frankreich bestehen. Bei den Kernbrennstoffen handelt es sich um Brennelemente aus dem Versuchsgenerator in Karlsruhe und aus dem mit Atomkraft angetriebenen Frachtschiff Otto Hahn. Dieser soll nun wieder zurück nach Deutschland geschickt werden. Es ist wahrscheinlich, dass beide Transporte wegen ihres gemeinsamen Ziels zu einem Transport vereint werden.
Der Protest gegen den Transport organisiert sich. So gab es im Juni ein erstes Vernetzungstreffen in Rostock, auf dem die Weichen für die Proteste gestellt wurden und die ersten Aktionen angekündigt worden sind. So heißt es in einem Artikel auf Indymedia: „Um am Tag X den Castor-Transport möglichst oft und möglichst lange zu verhindern, sodass der Transport möglichst teuer wird und wir mit Druck auf der Straße dem sofortigen Ausstieg aus der atomaren Energie ein Stück näher kommen.“
Bis jetzt bekannte Termine
Sa.-Mi. 24.-28.07. Große Anti-Atom-Aktionswoche in Greifswald
Sa. 24.07. Überregionales Vorbereitungstreffen
So. 25.07. Fahrraddemo oder Schienenspaziergang
26.-28.07. Moving BalticSea – Programm zur nuklearen Verseuchung der Ostsee und dem Castortransport nach Lubmin Mehr Infos HIER
Sa. 11.09. voraussichtliches Blockadetraining in Greifswald
So. 12.09 Schnupperklettern
Ob es den Aktivist_innen, bei diesem Transport, der für Ende Herbst erwartet wird, gelingen wird mehr Leute als vor drei Jahren auf die Straßen und auf die Strecke zu bringen, wird sich zeigen. Wer Kontakt zu der Anti-Atom-Initiative Greifswald sucht, kann sich an folgende Mail-Adresse wenden: aai-hgw [ae] systemausfall [punkt] org. Wer den Castor nicht verpassen möchte, sei die Alarmliste auf dem Blog zu den Antiatom Protesten zu Lubmin verwiesen: www.lubmin-nix-da.de



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