“mit dem Ziel den Naziaufmarsch am 1. Mai zu verhindern”
2. April 2011 von lebewesen
Ich schaffe es zur Zeit leider nicht, das Blog mit Inhalt zu füllen, obwohl es gerade durch die Ankündigung der NPD, am 1. Mai in Greifswald demonstrieren zu wollen, Themen genug gäbe. Als kleines Lebenszeichen dokumentiere ich an dieser Stelle die Pressemitteilung des Bündnis Greifswald Nazifrei vom 02.04.2011. Die Flattr Klicks für diesen Beitrag werden von mir an das Bündnis weitergegeben.
Das Bündnis Greifswald Nazifrei kündigt für Sonntag, den 1. Mai 2011 Menschenblockaden gegen den geplanten Aufmarsch der NPD und ihrer Anhängerschaft an.
„Greifswald ist eine bunte und alternativ geprägte Stadt, in der es keinen Platz für die menschenverachtenden Ideologien der Neonazis geben darf“, so eine Sprecherin des Bündnisses, das eigens gegen den Aufmarsch ins Leben gerufen wurde. Unter dem Motto „Nazis blockieren! … bitte setzen.“ werden alle Bürgerinnen und Bürger Greifswalds aufgefordert, sich der rechten Demonstration in Schönwalde I und II in den Weg zu stellen. Vergangene Proteste in Greifswald und anderswo haben gezeigt, dass dies möglich ist.Laut NPD Landesverband soll unter der Forderung „Unsere Heimat – unsere Arbeit! Fremdarbeiterinvasion stoppen“ marschiert werden.
„Hier wird deutlich, dass die Nazis versuchen, in rassistischer Manier auf soziale Probleme und Ängste in der Bevölkerung zu antworten“, so ein Teilnehmer des Bündnisses. Mit solchen verkürzten Phrasen bedient die rechtsradikale Partei regressive Denkmuster innerhalb der Bevölkerung, um sich Stimmen für die bevorstehende Landtagswahl zu sichern.
Die Pressesprecherin des Bündnisses sagt weiter: „Nazis propagieren eine in sich funktionierende deutsche Volksgemeinschaft, die lediglich von außen bedroht sei. Durch diese Darstellung der Gesellschaft und das Präsentieren angeblicher ,Sündenböcke‘ kommt es häufig zu einer Diskriminierung bis hin zu Verfolgung und Ermordung von Menschen, die nicht in das Weltbild der Nazis passen.“ Auch in Greifswald und den angrenzenden Landkreisen hat seit der Wiedervereinigung eine Reihe von Todesopfern rechter Gewalttaten zu verzeichnen.
Als besonders anmaßend und beleidigend erscheint hierbei der Ausgangspunkt der Demonstration, der sich in unmittelbarer Nähe zum Flüchtlingsheim in der Spiegelsdorfer Wende befindet.
All dies macht deutlich wie wichtig es ist Courage zu zeigen und dem braunen Mob entgegenzutreten.Greifswald Nazifrei ist ein Bündnis verschiedener alternativer und zivilgesellschaftlicher Initiativen, Vereine und Einzelpersonen mit dem Ziel den Naziaufmarsch am 1. Mai zu verhindern. Dabei fasste das Bündnis den Konsens, zivilen Ungehorsam in Form von Menschenblockaden zu leisten, von dem Bündnis wird keine Eskalation ausgehen und alle Teilnehmenden des Bündnisses zeigen sich solidarisch mit allen, die das Ziel verfolgen, den NPD-Aufmarsch zu abzuwenden.
Es bleibt zu hoffen, dass sich möglichst viele Menschen – ob jung oder alt – an den Blockadeaktionen beteiligen und den Neonazis deutlich zeigen, dass in einer Stadt wie Greifswald kein Platz für sie ist.


